Liebste Lauscher, immer wieder mal zurückschauen. Macht ihr das auch? Ich weiß nicht, ob es etwas ist, das man ab 60 halt so macht. Breites Grinsen. Auf diesem Bild bin ich vielleicht Anfang 20, denke ich. Aber genau weiß ich es nicht. Ein Kindergesicht. Irgendein Konzert. Musik, du süßes Ding, malst Glück in Gesichter und in Herzen. Mein Kopf macht es mir mitunter schwer, im Moment mich da so hereinfallen zu lassen. Wo sind die nährenden Dinge, die wir alle dringend brauchen? Musik und Zusammenkommen sind so Dinge.
Ich habe mir vorgenommen, Euch heute etwas Schönes mitzugeben. Also erzähle ich euch von der wunderbaren Probe mit dem australischen Singer,-Songwriter Jaimi Faulkner und unserem lieben Freund und Bassmann Frieder Gottwald für das Konzert am 21.11. im Stadtgarten Köln. Unser Abschlusskonzert 2025. Wer Jaimi noch nicht kennt, unbedingt reinhören oder hingehen. Sein neues Album ‚Half of it‘ ist gerade erschienen, und er geht auf Tour. Musiktipp deLUXe. Frieder ist Olivers liebster und ältester Freund. Sie spielten Ende der 90er lange zusammen in einer heißen 70er-Discoband. Frieder spielt schon lange Bass bei Laith Al-Deen und mit Jaimi war ich vor Jahren mal auf einer kleinen Tour unterwegs. Und so schließen sich wieder Kreise und wir freuen uns sehr auf den Abend mit diesen beiden wunderbaren Musikerseelen.
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Neue Fragen, die auftauchen. Wer ist einem wichtig im Leben? Wie verbringen wir unsere so kostbare Zeit? Vergessen wir uns manchmal und nehmen dann bewusst wieder Kontakt auf und pflegen langjährige Freundschaften? Erinnern uns an gemeinsame Dinge, gemeinsame Konzerte und noch viel mehr. Ihr seht schon, Eure Lux ist wieder gut am Tiefseetauchen. Neulich las ich, warum denn Leute im Moment alte Aussprüche von Menschen teilen würden, die gar nicht mehr an der Macht wären. Weil Worte wichtig und kraftvoll sind. Und weil alles bereits bis ins Kleinste gedacht worden ist. Es hätte Wurzeln schlagen können. Oft frage ich mich warum es immer wieder vergessen wird. Und dann bin ich wieder beim Erinnern. Wenn Erinnern zur Schande ausgerufen wird und Vergessen helfen soll, dass man ‚wieder wer ist‘, dann ist die Verdrehung komplett. Es ist gut, sich zu erinnern an die, die weise und klug die Dinge bereits durchdrungen haben, die alles bereits gedacht haben. Die, die mit ihren tiefen Einsichten gehofft haben, sie würden im besten Fall Grundsteine in Hirne und Herzen setzen, die bleiben würden. Wie ermutigen und unterstützen wir all die, bei denen es noch Werte gibt, die für alle gelten und nicht nur für Auserwählte? Alles geht nur miteinander. In letzter Zeit las ich mehrfach von Menschen mit Macht, dass sie Empathie als Schwäche sehen und als einen angeblich neu erfundenen Begriff. Es ist genau andersherum für mich. Jeder Mensch wird mit Empathie und dem Wunsch nach Zuwendung geboren. Das ist seine Identität. Liebe macht, dass sie wächst. Ohne Liebe für uns selbst müssen wir uns eine Identifikation überstülpen und „Feinde“ im Außen benennen, sodass uns die Wut auf uns selbst nicht frisst. Vielleicht ist das der Grund, warum so viele Menschen dem Hass folgen. Es erleichtert sie. Und so folgen viele denen, die eine hasserfüllte Politik machen, und fühlen sich gesehen. All das, was mich verwirrt und abstößt. Und schwupps, bin ich wieder drin und schreibe mir die Dinge von der Seele und hoffe so sehr, ich erreiche Euch dennoch da, wo Lebendigkeit, Durchlässigkeit, Weitblick und Zuversicht wohnen. Und dann stelle ich mir vor, ihr tanzt innig und bekloppt herum und genießt trotz allem das, was ist. Die winzigen und die großen Momente mit Euren Liebsten oder in Gemeinschaften, die Euch halten. Ohne Albernheit geht nichts. Ihr wisst schon. ;-)
Liebt, was das Zeug hält.
Herzlich Eure Luxis, Oliver George & Christina Lux |