Liebe Luxlauscherlis, liebe Menschen, da sitze ich nun an diesem Osterfeschtle noch in Kölle zwischen gepackten Kisten und schreib Euch noch flugs den Newsletter, damit ihr uns nicht vergesst. Der große Umzug wird nächste Woche über die Bühne gehen. Immer noch ein ziemlicher Apparat, der Seele klarzumachen, dass alles gut wird. Das Verlassen eines Nestes ist echt ein Brett. Und mir kommt in den Sinn, wie schwer es sein muss, seine Heimat zu verlassen, weil man sonst in akute Gefahr für sein Leben und das seiner Familie kommt. Niemand macht das leichten Herzens. Im Vergleich dazu ist unser Schritt natürlich ein winziger.
Nach den Worten unseres FriedriSchmerz zu den 80 % dachte ich: Stellt Euch vor, er hätte einfach mal Danke gesagt. Danke an all die Menschen aus Syrien, die hierherkamen und so schnell es nur irgend ging wieder in Arbeit kamen und hier massiv beitragen. Es sind etwa 60 % der Menschen, die 2015 kamen, die in Arbeit sind. Allein etwa 6000 Ärztinnen und Ärzte, viele arbeiten in systemrelevanten Berufen. Aber viel wichtiger finde ich, dass es Menschen sind, die ihre Heimat verloren haben und hier wieder eine fanden und sicher sind. Und nun macht man denen Angst, die hier angekommen sind. Warum? Weil er es nicht besser weiß. Wer gehen möchte, weil es in Syrien wieder stabil und sicher ist, der wird das tun. Und die, die hierbleiben wollen, sollten keine Angst haben müssen. Und wieder einmal hat er nicht differenziert, sondern alle in einen Topf geworfen und damit stigmatisiert als die Ungewollten, die Belastenden, die Kriminellen und die, die weg sollen. So geht das einfach nicht. Nicht als Mensch, nicht als Christ und schon gar nicht als Landesvater.
Aber zurück zu den Dingen, die Hoffnung und Zuversicht zaubern. Und wieder ist es Rainer Maria Rilke, der mir gut tut.
Man muß nie verzweifeln, wenn einem etwas verloren geht, ein Mensch oder eine Freude oder ein Glück; es kommt alles noch herrlicher wieder. Was abfallen muß, fällt ab; was zu uns gehört, bleibt bei uns, denn es geht alles nach Gesetzen vor sich, die größer als unsere Einsicht sind und mit denen wir nur scheinbar im Widerspruch stehen. Man muß in sich selber leben und an das ganze Leben denken, an alle seine Millionen Möglichkeiten, Weiten und Zukünfte, dem gegenüber es nichts Vergangenes und Verlorenes gibt. Rainer Maria Rilke (1875 - 1926)
An unserem ersten Abend im neuen Haus nahm ich mir die Gitarre und spielte und sang den Raum voll. Das fühlte sich sehr gut an. Ich musste einfach wissen, wie die Wände zurücksprechen und ob der Blick in den weiten Garten mich beruhigt und ob Zeilen wachsen, die Songs werden wollen damit Poesie wieder erzählt, was sonst nicht recht sichtbar und hörbar wird bei mir. So war es dann auch. Und das ist ganz wunderbar und füllt mich feist mit Zuversicht. Auch wenn ich weiß, dass es nach 18 Jahren Köln seine Zeit brauchen wird, dort ganz anzukommen, wird es gut sein. Und es wird ein neues Album geben, Yeah!
Wenn ihr uns also bei den nächsten Konzerten besucht, dann wird der Startplatz schon ein neuer sein. Lasst Euch gern sehen.
Bleibt albern und liebt, was das Zeug hält. Rückt zusammen, haltet Euch warm und gut.
Ein süßes Oschterfeschtle wünschen wir ebenso!
Mit leuchtenden Grüßen Christina Lux & Oliver George
***
Ah, noch eines: Solltet ihr den Newsletter eigentlich gar nicht mehr wollen, dann meldet Euch doch "ungern" ab, dann weiß ich, wer als treue Seele wirklich noch dabei ist. Ich dank Euch!
|